Hintergrund
Die kolumbianische Küche ähnelt im Hinblick auf Grundzutaten und Zubereitungsarten der anderer Länder im Norden des südamerikanischen Kontinents. Sie ist stark von regionalen Einflüssen geprägt, da die verschiedenen Landschaften und Klimazonen zwischen Andenhochland und Küste unterschiedliche Zutaten bereitstellen. Hinzu kommen kulturelle Prägungen der indigenen kolumbianischen, spanischen, afrikanischen und arabischen Tradition. Typische Gerichte Ajiaco – ein […]
Die kolumbianische Küche ähnelt im Hinblick auf Grundzutaten und Zubereitungsarten der anderer Länder im Norden des südamerikanischen Kontinents.
Sie ist stark von regionalen Einflüssen geprägt, da die verschiedenen Landschaften und Klimazonen zwischen Andenhochland und Küste unterschiedliche Zutaten bereitstellen. Hinzu kommen kulturelle Prägungen der indigenen kolumbianischen, spanischen, afrikanischen und arabischen Tradition.
Typische Gerichte
Ajiaco – ein mit Ajipfeffer gewürzter Hühncheneintopf mit Mais und Avocado, der seinen Ursprung in der Hauptstadt hat.
Bandeja Paisa – eine äußerst gehaltvolle Kombination aus Bohnen, Hackfleisch, Chorizo (Bratwurst) oder Morcilla (Blutwurst), Reis, gebratenem Schweinerücken, Avocado, Speck und Spiegelei.
Buñuelo(s) – fritierte Hefeteigbällchen, in der süßen Variante unseren „Berlinern“ oder Krapfen ähnlich, werden gerne an Festtagen wie Weihnachten zubereitet.
Aborrajado(s) sind in Teig frittierte und mit Käse gefüllte Kochbananen.
Arepa(s) – die kleinen, weichen Maisfladen bilden ungefüllt zusammen mit Käse und Kakao das typische kolumbianische Frühstück, gefüllt mit verschiedensten Zutaten sind sie ein beliebter Imbiss.
Carimañola(s) werden die spindelförmigen, mit Fleisch und Gewürzen gefüllten Pasteten aus Yuccamehl (Maniok) genannt.
Tamal(es) – mit verschiedensten Zutaten gefüllter und im Bananenblatt gegarter Maisteig.
Lechona – mit Reis, Gemüsen und Gewürzen gefülltes Spanferkel, bzw. als so genanntes „pulled pork“ mit einem gelben Erbspüree serviert.
Sobrebarriga – geschmortes Rindfleisch mit einer Zwiebel-Tomatensauce, Reis und Kartoffeln serviert.
Pescado frito – Fisch wird meist im Ganzen gebraten oder gegrillt und mit Patacones (gebratene, gestampfte Kochbananen), Kokosreis und Tomatensalat serviert.
Trucha – Forelle wird anders als bei uns üblich, oft in Öl und Knoblauch gebraten (al Ajillo).
Mariscos – Meeresfrüchte wie Muscheln (almejas) und Shrimps (camarones) werden oft als Eintopf (cazuela) zubereitet.
Milanesa – die lateinamerikanische Variante des Wiener Schnitzels, jedoch im Unterschied zu diesem meist aus Rindfleisch, findet sich auch in Kolumbien landesweit auf Speisekarten.
Im Unterschied zum wenig üppigen Gemüse- bzw. Salatangebot, das sich meist auf Avocado, Tomaten und Zwiebeln reduziert, weist das kolumbianische Früchteangebot eine große Vielfalt auf: Neben bekannten Früchten wie Erdbeeren, Bananen, Ananas, Mangos oder Maracujas findet man oft in Europa unbekannte Früchte wie Tamarillo (Baumtomaten), Guayaba (Guave) Mamoncillo (Honigbeere), Granadilla (ein Passionsblumengewächs), Lulo (die auch Naranjilla genannte Frucht eines Nachtschattengewächses) oder Borojoa (die Frucht eines der wenigen, essbare Früchte hervorbringenden Kaffeegewächse).
Mahlzeiten
Das typisch kolumbianische Frühstück fällt für lateinamerikanische Verhältnisse mit seiner Kombination aus Kakao, Käse und Arepa ebenso ungewöhnlich wie bescheiden aus.
Ähnlich wie in den Nachbarländern bildet das Mittagessen die Hauptmahlzeit des Tages. In nahezu allen Restaurants wird mittags ein preiswertes, dreigängiges (Suppe, Hauptgang und oft einer der zahlreich erhältlichen Fruchtsäfte) Menü (menú del día, almuerzo corriente) angeboten.
Das Abendessen wird dagegen eher als erweiterter Snack eingenommen.
Getränke
Kaffee – Das klassische Getränk Kolumbiens wird meist als tinto, ein kleiner schwarzer, mild gezuckerter Kaffee konsumiert. Wird er mit Milch serviert, nennt man ihn périco, soll der Milchanteil größer als der Kaffeeanteil sein, so bestellt man ihn als pintado bzw. als café con leche.
Da die besten Kaffeequalitäten exportiert werden, ist die Qualität vor Ort oft eher durchschnittlich.
Ein anderes beliebtes Getränk ist agua de panela, heißes Wasser mit unraffiniertem Rohrzucker, ab und zu auch mit Limonensaft verfeinert.
Für europäische Gaumen gewöhnungsbedürftig ist die dickflüssige chocolate con queso, Trinkschokolade, die mit einer Scheibe Käse serviert wird.
Aus den zahlreichen tropischen Früchten werden ausgezeichnete Säfte gepresst und als jugo natural angeboten, alkoholfreie kohlensäurehaltige Getränke und Limonaden nennt man gaseosas.
Cerveza – Die kolumbianischen Biere gehen auf deutsche Bierbrauer-Traditionen zurück und sind daher meist nach Pilsener Art oder als helles Lager gebraut.
Mixgetränke aus Bier und Limonade nennt man refajo
Weine werden nahezu ausschließlich importiert – meist aus Argentinien ud Chile – und sind entsprechend teuer.
Inoffizielles Nationalgetränk, das bei keiner Feierlichkeit fehlt, ist der aguardiente, ein Zuckerrohrschnaps, der u.a. mit Anis oder Kräutern versetzt wird.
Im kalten Hochland wird ihm als carajillo heißer Kaffee beigemischt. Mit Zimt gewürzt, heißt er canelazo, der heiß oder kalt getrunken wird.
Auf indigene Traditionen geht das auch die als Andenbier bezeichnete chicha zurück, ein leicht alkoholische Getränk aus gegorenem bzw. fermentiertem Mais.
Die alkoholfreie Variante heißt chicha morada. Sie wird aus violettem Mais hergestellt und mit Limettensaft verfeinert.