Fox hatte bei seinem Amtsantritt versprochen, die Handelsbeziehungen mit den Vereinigten Staaten auszuweiten, Korruption und Drogenhandel zu reduzieren sowie Löhne und Wirtschaftswachstum zu steigern.
Fox hatte bei seinem Amtsantritt versprochen, die Handelsbeziehungen mit den Vereinigten Staaten auszuweiten, Korruption und Drogenhandel zu reduzieren sowie Löhne und Wirtschaftswachstum zu steigern. Auch der Anfang 2001 ins Amt gekommene US-Präsident G. W. Bush bezeichnete Mexiko als die wichtigste außenpolitische Priorität der USA, jedoch änderten die USA nach den Anschlägen vom 11.9.2001 ihre außenpolitischen Prioritäten für die kommenden beiden Jahrzehnte. Mexiko blieb nur die alte Rolle als “Armes Mexiko, so fern von Gott und so nah bei den Vereinigten Staaten”, wie es Carlos Fuentes in seinem Roman “Die gläserne Grenze” formuliert hatte. Tatsächlich sind die Kernprobleme Mexikos auch der Grenze zum großen Nachbarn geschuldet: So ist Mexiko beim Drogenhandel eher Durchgangsland als Drogenproduzent, während 90 Prozent der Waffen, die zu den Toten dieses Drogenkrieges führen, aus den USA stammen, und auch die Migranten an der mexikanisch-us-amerikanischen Grenze in ihrer großen Mehrheit keine Mexikaner sind. Der Fehlschlag von Calderóns Krieg gegen die Drogenkartelle war mitverantwortlich für die Rückkehr der PRI an die Macht.
2006 trat Andrés Manuel López Obrador, kurz AMLO, erstmals als Präsidentschaftskandidat an, unterlag jedoch denkbar knapp, viele sagen in Folge eines Wahlbetrugs, Felipe Calderón, dem Kandidaten der PAN, der einer der unbeliebtesten Präsidenten des Landes in der jüngeren Geschichte werden sollte. Sein Sexenio war von seinem gescheiterten Krieg gegen die Drogenkartelle geprägt. Die Erfolgsmeldungen der Regierung wie Verhaftungen im Drogenhändlermilieu, Beschlagnahmungen von Drogen und Waffen, Zerstörung von Marihuana- und Schlafmohnfeldern sowie Drogenlabors – korrespondierten auf makabre Weise mit den rasant steigenden Opferzahlen des mexikanischen war on drugs. Zählte man 2007 rund 2600 drogenhandelsbedingte Todesfälle, waren es ein Jahr später schon mehr als 5100, 2009 knapp 6600, und 2010 waren es bereits mehr als 11500 Tote.
Die Amtszeit von Enrique Peña Nieto, in dem seine Gegner eine Marionette des korrupten Ex-Präsidenten Carlos Salinas de Gortari sahen, entpuppte sich als Intermezzo. 2014 kam es zur Entführung und Ermordung der 43 Lehramtsstudenten von Ayotzinapa, die zu landesweiten Protesten führten und auch international ein Schlaglicht auf die Praxis des Verschwindenlassens von unliebsamen Personen sowie die Straflosigkeit mutmaßlicher Täter warfen.

„Lebendig hat man sie mitgenommen, lebendig wollen wir sie zurück“, Bild:Sortica CC BY-SA 4.0
Als Andres Manuel López Obrador 2018 im dritten Anlauf zum Präsidenten gewählt worden war, löste er ein Wahlkampfversprechen ein: Eine von ihm 2018 eingesetzte Wahrheitskommission gab Mitte August 2022 bekannt, dass ihrer Untersuchung zufolge der Staat auf allen Ebenen an der Verschleppung und Ermordung der 43 Studenten sowie sechs weiterer Personen beteiligt gewesen sei. (Tatsächlich aufgeklärt ist der Fall jedoch bis heute nicht. 2022 wurden die Vermissten offiziell für tot erklärt.) AMLOs Regierungszeit stand unter dem Anspruch, den Neoliberalismus, der Mexiko jahrzehntelang geprägt hat, zu überwinden. Seine Politik legte den Fokus auf soziale Programme, die durchaus Wirkung zeigten: So haben sich die Ausgaben für Sozial- und Rentenprogramme von 2018 bis 2024 fast vervierfacht, was rund 25 Millionen Menschen zugutekam; der Mindestlohn stieg in den in sechs Jahren seiner Amtszeit um 110 Prozent und die Armutsquote sank von 41,9 auf 36,3 Prozent.
Außenpolitisch blieb Mexiko seiner Tradition als Land, das polizisches Asyl gewährt, treu: Evo Morales, die Familie des peruanischen Expräsidenten Pedro Castillo und zahlreiche Personen aus dem politischen Umfeld des ecuadorianischen Expräsidenten Rafael Correa sind Beispiele.
Kontrovers sind Obradors Infrastrukturprojekte, zu denen u.a. eine Bahnlinie über den Isthmus von Tehuantepec und der touristische Tren Maya auf der Yucatán-Halbinsel zählen, der dort z.B. rücksichtslos den Urwald des Biosphärenreservats von Calakmul durchschneidet.
Dass die Politik López Obradors im Land weiter auf große Zustimmung stößt, beweisen die Präsidentschaftswahlen von 2024, bei denen seine Nachfolgerin Claudia Sheinbaum mit 59,5 Prozent der Stimmen sogar ihren Vorgänger übertraf, der 2018 53,14 Prozent erhielt.
