Hintergrund
Kurzzeitig erregte der verharmlosend „Fußballkrieg“ genannte Konflikt mit El Salvador im Jahre 1969 internationale Aufmerksamkeit.
Äußerer Anlass waren Ausschreitungen im Rahmen dreier, hart umkämpfter Qualifikationsspiele zur Fußballwelt- meisterschaft 1970, die in Tegucigalpa und in San Salvador ausgetragen wurden (letztlich qualifizierte sich El Salvador).
Die eigentlichen Ursachen des Konflikts, der am Ende geschätzte 3000 Tote und 6000 Verletzte forderte, waren ökonomische und demographische Verwerfungen. Etwa 300.000 landlose Salvadorianer waren aus ihrer dichtbesiedelten Heimat ins Nachbarland gekommen und hatten dort brachliegende Flächen in Besitz genommen, ohne jedoch die gesetzlichen Voraussetzungen für diese Landnahme zu erfüllen: Sie waren nicht Honduraner von Geburt an.
Im Zuge einer Landreform forderte die honduranische Regierung die salvadorianischen Migranten auf, binnen 30 Tagen Honduras zu verlassen. Diese Maßnahme sollte von ungelösten innenpolitischen Problemen ablenken und den Zorn der Öffentlichkeit auf die Salvadorianer lenken. Die nationalistischen Ausbrüche auf beiden Seiten wurden sowohl von den beiden Regierungen, als auch von den Medien weiter angeheizt. Immer häufiger kam es zu Übergriffen gegen die salvadorianische Minderheit in Honduras. Gleichzeitig verschärfte die Welle zurückkehrender Flüchtlinge (zwischen 80.000 und 150.000) die sozialen Spannungen in El Salvador weiter. Die Regierung war nicht bereit, die lange überfälligen Landreformen durchzuführen und den landlosen Bauern eine Lebensgrundlage zu bieten. Der Angriff auf Honduras war für El Salvadors Regierung unter Fidel Sánchez Hernandez der Ausweg aus der Krise.
![By GeorgeColindres (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons](http://neue-welt-reisen.de/wp-content/uploads/2016/06/Fussballkrieg-210x130.jpg)
Zeremonie zum Kriegsende, By GeorgeColindres (Own work) [CC BY-SA 3.0] via Wikimedia Commons